Kinder zuhause beschäftigen: Tipps für Eltern im Homeoffice

kinder zuhause beschäftigen im Homeoffice

Aktuell sind die Schulen und Kindertageseinrichtungen für die meisten Kinder geschlossen. Sehr viele Eltern müssen ihre Kinder zuhause beschäftigen und zeitgleich arbeiten. Wer im Homeoffice arbeiten kann, hat zumindest die Chance, Beruf und Familie ohne externe Betreuung zu meistern. Einfach ist das allerdings nicht. Sonst könnten wir Eltern immer unsere Kinder daheim beschäftigen und nebenbei arbeiten 😉.

Meine Tipps, wie Eltern in dieser Corona-Krise nicht durchdrehen, habe ich mal zusammengeschrieben.

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Planung und Struktur, ohne zu überfordern

Für uns ist ein strukturierter Tagesablauf wichtig. Das war auch vor Corona schon so. Deshalb habe ich zu Beginn der Corona-Zwangsferien zwei Tagespläne erstellt. Einen Plan für die Kinder und einen für uns Eltern. Diese Pläne geben uns bis heute die nötige Struktur.

Flexible Tagesplanung

Im Laufe der ersten zwei Wochen haben wir allerdings festgestellt, dass zu feste Zeiten und Pläne uns alle stressen. Was in der ersten schulfreien Woche noch spannend war, ist jetzt schon langweilig. Zudem vermissen die Kinder ihre Freunde, ihren Sport, die Ausflüge – schlichtweg ihr altes Leben. Sie brauchen mehr Aufmerksamkeit als sonst. Auch spüren sie die Unsicherheit von uns Eltern. Das alles führt dazu, dass wir nicht einfach so weitermachen können wie bisher. Wir als Eltern mussten verstehen, dass wir unser normales Arbeitspensum mit Kindern zu Hause nicht schaffen können.

Arbeiten im Homeoffice mit Kindern

Das Arbeiten im Homeoffice mit unseren Kindern ist für uns eine enorme Herausforderung. Bei uns geht es nur in Intervallen. Der ursprüngliche Plan, dass derjenige, der die Kinder betreut zwischendurch auch ein paar Stunden arbeitet, ging nicht auf. Der Spagat zwischen gleichzeitigem Homeoffice, Homeschooling und beschäftigen des Kindergartenkindes war für uns zu groß.

Kinder zuhause beschäftigen und Homeoffice

Unsere Lösung – klare Absprachen treffen

Mein Mann und ich treffen nun ganz klare Absprachen, wer wann zuständig ist. Nur so kann jeder ein paar Stunden oder einen Tag lang am Stück effizient arbeiten. Gemeinsame Absprachen hatten wir natürlich vor Corona schon. Allerdings waren unsere Arbeitszeiten mit der externen Betreuung bei weitem nicht so auf Kante genäht. Nun stimmen wir täglich ab, wer wann arbeitet. Ein tageweiser Wechsel von Arbeit und Kinderbetreuung hat sich bei uns bewährt. Der Samstag zählt teilweise mit als Arbeitstag. Trotz dieser Struktur arbeiten wir weniger als sonst. Dank Überstunden, Urlaub und des Verzichts auf Einnahmen ist das möglich. Im Moment funktioniert diese Lösung für uns. Sollte die Krise wirklich Monate andauern, müssen wir dieses Konzept sicherlich nochmals überdenken.

Der Arbeitsplatz

Um ungestört arbeiten zu können, haben wir in unserem Gästezimmer (wir sind dankbar, dass wir die Möglichkeit haben) das Arbeitszimmer eingerichtet. Derjenige, der mit dem Arbeiten dran ist, schließt einfach seinen Laptop an und es kann losgehen. Für die Kinder ist klar, dass dieses Arbeitszimmer nur im Ausnahmefall betreten werden darf. Klingt hart, hilft aber dem arbeiteten Elternteil ungemein. Ein Ausnahmefall ist bei uns, wenn sich die Jungs so sehr streiten, dass zum Trösten jedes Kind ein Elternteil braucht. In dieser Ausnahmesituation (und weil es möglich ist, wenn beide Eltern zuhause arbeiten), geben wir unseren Kindern diese Extraportion an Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Mahlzeiten planen

Neben Homeoffice, Homeschooling und Kinderbeschäftigung kümmern wir uns nun auch noch um die komplette Mahlzeitenplanung und -zubereitung. Das Thema Wocheneinkauf- und Menüplanung beschäftigt mich natürlich nicht erst seit Corona. Und mir und meinem Mann macht es grundsätzlich Spaß zu kochen. Allerdings haben sich die Bedingungen nochmals verschärft. In normalen Zeiten essen die Kinder mittags im Kindergarten bzw. Hort. Mein Mann isst auf der Arbeit. Wenn alle zuhause sind, kommen wöchentlich fünf warme Mahlzeiten hinzu. Das kostet Zeit und manchmal auch Nerven. So kommen bei uns auch nur wirklich schnelle Gerichte für Kinder auf den Tisch.

Essen planen mit Kindern daheim

Eine komplette Wochenplanung mache ich aktuell nicht mehr. Das ist mir zu unflexibel. Stattdessen planen mein Mann und ich gemeinsam die nächsten 2-3 Tage vor. Hierzu liegt ein Zettel in der Küche, auf den mein Mann und ich ganz flexibel alle Essenswünsche eintragen. Ich schaue mir diese am Abend an und teile die Vorschläge nach Tagen auf. Dabei achte ich darauf, dass unsere Mahlzeiten abwechslungsreich sind und wir auch die Reste gut verwerten. Ich mache quasi eine Art flexibles Meal-Prep und versuche auch jetzt einige Punkte meiner 5 Tipps für eine entspannte Menüplanung zu beachten.

Homeschooling Tipps

Wir haben nur ein schulpflichtiges Kind zuhause. Damit haben wir es vergleichsweise einfach. So müssen wir nur für ein Kind die schulischen Aufgaben managen. Zudem haben wir genügend Arbeitsplätze für alle. Der Große hat einen Schreibtisch in seinem Zimmer und ein Elternteil kann im Gästezimmer arbeiten. Soweit, so gut.

Kinder zuhause unterrichten

Kinder zuhause unterrichten

Auch wenn die Voraussetzungen für Homeschooling bei uns recht gut sind, ist es für alle Beteiligten nicht einfach. Wir alle mussten uns Zeit geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Und auch wenn die Vorgaben der Lehrerin des Großen klar sind, müssen wir Eltern uns einlesen. Unser Großer geht in die zweite Klasse. Er braucht bei den Aufgaben noch Unterstützung. Diese ist gar nicht unbedingt inhaltlich nötig, sondern eher emotional. Für ihn ist es ungewohnt, alleine am Schreibtisch zu sitzen und 1-2 Stunden konzentriert zu arbeiten. Wir Eltern hingegen wissen nicht genau, wie viel Hilfe das Kind bei den Aufgaben braucht. Ist mein Kind mit den Aufgaben über- oder unterfordert? Sollten wir mehr versuchen unser Kind zuhause zu unterrichten oder ihn möglichst selbstständig die Aufgaben machen lassen?

Nach den ersten zwei Wochen mit den Kindern zuhause ist uns klar, dass es nicht einfach ist, dem Schulkind gerecht zu werden. Unser Sohn will lernen und etwas tun. Das merken wir stark. Aber die ungewohnte Situation führt dazu, dass er sehr unausgeglichen ist.

Ein Tipp (der inzwischen fast überall zu lesen ist), ist es den Kindern beim Homeschooling keinen Druck zu machen. Das sehe ich auch so. Doch bei uns habe ich den Eindruck, dass die gewohnten Übungsblätter und Aufgaben eher halt geben als Druck ausüben. Wichtig ist es meiner Meinung nach, dass die Kinder für die Schulaufgaben einen gewissen Zeitpunkt und einen Zeitrahmen bekommen. So wie sonst in der Schule auch. Das erfordert Disziplin, wahrscheinlich vor allem seitens der Eltern.

Konkrete Tipps für das Homeschooling

Für diejenigen, die das Homeschooling gewissenhaft mit ihren Kindern durchziehen wollen und können, habe ich folgende Tipps:

Setzt einen Start- und Endpunkt
Um unnötige Diskussionen darüber zu vermeiden, wann die Schulaufgaben gemacht werden, hilft es uns einen festen Start -und Endpunkt zu setzen. Unser Großer achtet dabei selbst auf die Uhrzeiten. Wenn ihr Kinder habt, denen dies schwerfällt, könnt ihr beispielsweise einen Wecker stellen. Wie lange ein Kind insgesamt am Tag etwas für die Schule macht, hängt sicher vom Alter und den gestellten Aufgaben ab. Bei uns sind es 1,5 Stunden am Vormittag. Manchmal kommt noch ein digitales Lern-Programm am Nachmittag hinzu. Aber nur bei Lust und Laune.

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Strukturiert die Aufgaben
Je nach Alter der Kinder könnt ihr die Aufgaben vorstrukturieren. Wir starten beispielsweise immer mit Mathe. Das ist das Lieblingsfach des Großen. So fällt ihm der Start in den Homeschooling-Tag leichter.

Bleibt locker und geduldig
Wir sind beim Thema Schule zuhause nicht so streng. Ein paar von den größeren Aufgaben heben wir uns für die Osterferien auf. Denn da werden die Tage ohne größere Aktivitäten und soziale Kontakte sicherlich noch lang werden.

Mehreren Kindern gerecht werden

Ach ja. Da wären da natürlich noch die weiteren Kinder. Bei uns ist es nur noch ein Kind – ein Kindergartenkind. Der ursprüngliche Plan war es, dass sich unser Kleiner während der Schulzeit alleine mit Malen und/oder Vorschulaufgaben beschäftigt. Das funktioniert gerade leider nicht. Der Kleine ist gerade mitten in der Wackelzahn-Pubertät und reagiert auf Wünsche unsererseits meist sehr wütend. Deshalb zwingen wir ihn nicht, sich schon wie ein Schulkind zu benehmen und stillsitzend ruhig zu arbeiten. Das überfordert ihn in dieser besonderen Corona-Situation gerade sehr.

Was der Kleine aber auf jeden Fall einhalten muss, ist den Großen bei den Hausaufgaben in Ruhe arbeiten zu lassen. Das ist eine feste Regel!

Kinder zuhause beschäftigen

Die Tage zuhause mit den Kindern sind anstrengend. Das liegt vor allem daran, dass unsere Kinder es gewohnt sind, bis in den Nachmittag hinein ein festes Programm zu haben. Der Große geht zudem normalerweise noch 3x die Wochen zum Leistungsturnen. Die Umstellung ist bei uns also für alle groß. Vor diesem Hintergrund können wir nicht erwarten, dass sich unsere Kinder plötzlich stundenlang selbst beschäftigen. So stellen wir uns täglich die Frage, wie wir unsere Kinder zuhause beschäftigen können.

Kostenlose Apps, digitale Lernangebote, Hörbücher & Co.

Kinder mit digitalen Helfern beschäftigen

Im Bereich Apps, digitale Lernangebote, Hörbücher & Co. gibt es die unterschiedlichsten Angebote für Kinder jeden Alters. Die folgenden Ideen gefallen uns sehr gut. Teilweise haben wir sie bereits ausprobiert. Zum Teil stehen sie noch auf unserer „Will-ich-mal-testen-Liste“. Weitere Materialien & Online-Angebote habe ich bereits in diesem Artikel gesammelt: Kostenlose Materialien für Kinder.

Kita- und Vorschulkinder zuhause beschäftigen

  • Zahlen und Buchstaben auf dem Computer schreiben lassen
  • Kostenlose Anton-App nutzen (wenn die Kinder sich bereits für Zahlen und Buchstaben interessieren)
  • Tip-Tio* spielen
  • kostenlos Hörbücher über audible.de* hören (im Probemonat 30 Tage kostenlos)
  • Reise durch das ABC-Universum machen

Grundschulkinder daheim bei Laune halten

  • Programmieren Lernen mit der Maus
  • Lernplattform scoyo kostenlos ausprobieren* (während der Corona-Krise für zwei Wochen möglich)
  • Westermann Plattformen Antolin und Zahlenzorro nutzen (das geht soweit ich weiß nur über die Schule, falls ihr noch keinen Zugang habt, fragt doch einfach eure LehrerInnen)
  • 10-Finger schreiben lernen mit Tipptrainer
  • Kindgerechte App-Spiele, wie z.B. die Geolino-App oder die verschiedenen Lego-Apps
  • Minecraft spielen (wie das grundsätzlich funktioniert könnt ihr hier lesen)
  • Hörbücher über audible.de* hören
  • neue Buchreihen entdecken, wie Loewe-Wow!

Bewegung für drinnen & draußen

Kinder im Garten spielen lassen
  • Bewegungsspiele „Fit mit Felix“ machen
  • vielleicht nichts für jeden, für uns schon: Handstand mit Marcel lernen
  • neue Familien-Rekorde aufstellen
  • Türme aus Klötzchen oder Lego bauen
  • Verstecken spielen (drinnen & draußen möglich)
  • Höhlen mit Decken, Matratzen und Kissen bauen
  • Stopptanz spielen
  • Hindernisparcours aufbauen (oder gleich die vorhandene Unordnung nutzen)
  • Seilspringen
  • Joggen gehen
  • Fahrradfahren
  • Ball spielen / Federball spielen
  • wenn vorhanden: Trampolin springen, im Sandkasten spielen
  • im Wald spielen

Beschäftigungsideen für ganze Familie

Knete selber machen mit Kindern
  • Knete selber machen
  • Steine bemalen
  • Experimente machen
  • Kuchen und/oder Brot backen
  • Familienfilme schauen (auf DVD oder z.B. per Amazon Prime*)
  • kindgerechte Reportagen wie Checker Tobi oder Pur+ anschauen
  • mit Oma und Opa telefonieren oder per Video chatten

Weitere tolle Beschäftigungsideen für Kinder im Kita- oder Grundschulalter während der Corona-Krise findet ihr übrigens bei Marion und Sabine von ichsrpingimdreieck.de.

Wie schafft ihr den Spagat zwischen Beruf und Kinderbetreuung? Habt ihr noch weitere Ideen, wie Eltern ihr Kinder zuhause beschäftigen können?

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Ich freue mich auf euch!

Bilder: Mama im Spagat

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