9 Monate Weilheim: Zeit für ein Update!

Heute vor 9 Monaten sind wir nach Weilheim gezogen. Zeit, um wehmütig zu sein oder München zu vermissen, hatte ich bisher nicht. Ohne meine Bloggerfreundin Petra von allesinklein, der ich ab und an über unser neues Leben hier berichte, wäre mir gar nicht bewusst geworden, dass wir nun bereits 9 Monate in Weilheim wohnen! Doch nachdem ich jetzt innehalte, fällt mir plötzlich ganz viel ein, was ich berichten möchte.


Liebe Petra,

es ist irre, wie die Zeit rast! Habe ich dir wirklich das letzte Mal vor einem halben Jahr geschrieben? Jetzt wohnen wir bereits seit 9 Monaten in Weilheim. Ich kann das gar nicht glauben! Seit unserem letzten Brief hat sich so viel getan. Der Große geht seit September in die Schule und der Kleine in den neuen Kindergarten. Wir haben unser erstes Silvester im eigenen Haus gefeiert. Und die Kinder haben bereits viele Freundschaften geschlossen. Zudem genießen wir den Platz hier sehr. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie wir all die Dinge noch vor einem Dreivierteljahr in einer 3-Zimmer-Wohnung untergebracht hatten…

Ich mag die Ruhe hier und bin glücklich. Manchmal vermisse ich München dennoch und sein großes kulturelles Angebot. Denn auch wenn es nicht weit nach München ist, fahre ich (außer zur Arbeit) nicht mehr mal schnell am Abend nach München. So war ich leider nicht beim Bloggertreffen im Kinderkunsthaus. Dabei hätte ich dich so gerne persönlich wiedergesehen. Aber wir waren alle gesundheitlich nicht fit. Hätte ich noch in München gewohnt, wäre ich vielleicht für 1-2 Stunden vorbeigekommen. Aber so war mir das so halbkrank zu anstrengend.

Dafür leben wir uns hier immer besser ein. Was habe ich mir für Gedanken darüber gemacht, wie vor allem der Große hier zurecht kommt. Für ihn war ja alles neu! Mir rutschte das Herz ganz tief in die Hose, als er am ersten Schultag ohne uns Eltern und ohne jemanden zu kennen, mit seiner Klassenlehrerin und seinen Mitschülern in sein Klassenzimmer ging. Zum Glück waren all meine Sorgen total unbegründet. Er fühlt sich total wohl in der Schule. Und Freunde hat er auch schnell gefunden. Er blüht in der Schule (und im Hort) richtig auf und ist so gewachsen an seinen neuen Aufgaben. Ich bin wirklich sehr froh, dass er so gut angekommen ist. Und natürlich bin ich auch unheimlich stolz, dass er diese Veränderungen so super gemeistert hat.

Was allerdings am Anfang wirklich hart war, war die Eingewöhnung des Kleinen in den neuen Kindergarten. Da mein Kleiner sehr kontaktfreudig und fröhlich ist, hatte ich mir bei ihm gar keine großen Gedanken gemacht. Ich bin davon ausgegangen, dass er gleich gerne in den neuen Kindergarten gehen wird. Pustekuchen! Meinem Kleinen fiel die Umstellung viel schwerer, als ich gedacht hatte. Er vermisste seine Kindergartenfreunde und auch die Erzieherinnen aus dem alten Kindergarten. Und auch heute spricht er manchmal davon, dass er mal wieder in den alten Kindergarten gehen will. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet! Vielleicht war das der Grund, warum mein Kleiner sich plötzlich etwas „anstellte“. Die ganze Aufmerksamkeit lag zum Schulstart beim Großen. Der Kleine musste einfach so mitlaufen. Was noch hinzukam: Mein Kleiner ging erstmals ganz alleine ohne seinen großen Bruder in den Kindergarten. In München waren sie zwar in getrennten Gruppen und haben im Kindergarten nicht miteinander gespielt. Aber dennoch wusste mein Kleiner, dass der große Bruder bei ihm ist. Das war hier in Weilheim plötzlich nicht mehr so. Er war ganz auf sich alleine gestellt. Inzwischen hat zum Glück auch mein Kleiner neue Freunde im Kindergarten gefunden und geht gerne in den neuen Kindergarten.

Tja, und wie geht es uns Erwachsenen hier? Auch sehr gut. Wir haben uns an das Pendeln gewöhnt und sind froh, dass wir regelmäßig im Home Office arbeiten können. Ich fahre dreimal pro Woche nach München. Zugegebenermaßen ist das ziemlich anstrengend. Dienstags stehe ich beispielsweise um 5:30 Uhr auf, um dann um 8:00 Uhr in München im Büro zu sein. Um 14:59 Uhr geht es mit dem Zug zurück nach Weilheim. Ich hole die Kinder ab und wir fahren direkt zum Turnen. Danach fahre ich mit dem Kleinen heim, warte auf meinen Mann und fahre anschließend nochmals in die Turnhalle. Für zirka eine Stunde mache ich selbst etwas und fahre mit dem Großen nach dem Training um 19:30 Uhr heim. Bis dann beide Kinder schlafen ist es meist 21 Uhr. Erst danach kann ich meine Sachen auspacken, aufräumen und die Dinge für den nächsten Tag vorbereiten. Zum Glück ist nicht jeder Tag so voll!

Das klingt jetzt etwas nach Jammern, oder? Ja, das Pendeln ist nicht ideal. Dafür ist unser Leben hier insgesamt entspannter und ruhiger. Zudem haben wir die Berge vor der Haustür. Das war uns bei der Ortswahl sehr wichtig. Und dann werden wir in diesem Winter mit solch einem Winterwunderland beschenkt!

Wir genießen es total, nun noch schneller in den Bergen zu sein und die traumhafte Landschaft um uns herum zu entdecken. Ein Winterwochenende habe ich letzte Woche einmal exemplarisch verbloggt. Und gestern haben wir die Ötzlifte am Rabenkopf bei Kochel getestet. Ein tolles Familienskigebiet, nur 30 km von uns entfernt.

Jetzt habe ich aber genug von mir geredet! Wie geht es dir denn inzwischen? Ich weiß ja, dass du am Anfang ganz schön am Umzug zu knabbern hattest. Vielleicht, weil euer Umzug (zumindest für dich), eher eine Vernunftsentscheidung war?! Bei mir war das glaube ich emotional etwas einfacher, da ich keine Lust mehr auf das Leben in der Großstadt hatte. Mir war München einfach zu voll geworden. Oder ich bin einfach älter und spießiger geworden 😉. Und ja, auch ich habe viele Nachrichten zum Thema „Stadt oder Land“ bekommen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet! Ich schreibe ja nur darüber, warum ich nicht mehr in einer Großstadt leben möchte und warum wir rausgezogen sind. Das ist für ganz viele sicher nicht der richtige Weg. Ich kenne viele MünchnerInnen, die das Großstadtleben lieben und den Trubel brauchen. Das ist doch auch total gut so. Jeder Mensch und jede Familie ist anders. Vielleicht zieht es mich wieder irgendwann in die Großstadt. Wer weiß. Nur im Moment fühlen wir uns hier in der Kleinstadt sehr wohl!

Hach, und beim Thema „endlich mehr Menschen zu sich einladen zu können“ bin ich ganz bei dir. Ich bin ebenfalls so froh, dass wir ein Gästezimmer und Platz zum Feiern haben. Das hat mir in München wirklich gefehlt! Und: Ja, der Keller ist inzwischen ausgemistet 😉. Am Samstag habe ich endlich die Umzugskartons verkauft. Und da kam mir der ganze Umzugsstress doch tatsächlich ein wenig hoch und ich wurde ziemlich melancholisch. Das war jetzt irgendwie der letzte Schritt im Abnabelungsprozess für mich!

Nun bin ich total gespannt darauf, wie es dir und deiner Familie in Freising geht! Freust du dich auch schon so auf den Frühling im eigenen Garten wie ich?

Ich drücke dich und freue mich schon auf die versprochenen Bilder vom Haus! 

Deine Nadja

Du bist gerade erst zu uns gestoßen und möchtest wissen, warum Petra und ich uns schreiben? Dann klicke doch einfach kurz durch.
Brief 1 von Petra: Raus aus der Stadt: Der Umzug
Brief 2 von Nadja: 3 Monate Weilheim: So geht´s uns hier
Brief 3 von Petra: Raus aus der Stadt: Ankommen im neuen Zuhause

Wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht, dann folgt uns auf Facebook (Mama im Spagat und allesinklein) oder Instagram (Mama im Spagat und allesinklein). Wir freuen uns auf euch!

Bilder: Mama im Spagat

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Comments

  1. Antworten

    Ich bin ja ein absolutes Stadtkind. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass mir auch das Landleben gefallen könnte (schließlich liefert Amazon ja überall hin ;-) Und das mit dem Briefeschreiben finde ich ne tolle Idee. Ist sehr interessant.
    LG Anke

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