3 Monate Weilheim: So geht’s uns hier!

Wir wohnen bereits seit drei Monaten in Weilheim. Und wir fühlen uns total wohl! Dennoch spielt sich ein großer Teil unseres Lebens noch in München ab. Dort sind die Freunde, die Arbeit und der Kindergarten. Beide Kindern gehen noch bis Mitte August in ihren „alten“ Kindergarten in München. Ein Wechsel im Mai war nicht sinnvoll. Zum einen hatten wir in Weilheim mitten im Kindergartenjahr keine Plätze bekommen. Zum anderen wollten wir den Großen nicht am Ende der Vorschule aus seinem gewohnten Umfeld reißen. So sind wir mitten im Abnabelungsprozess. Denn auch wenn wir im Haus bereits sehr gut angekommen sind, sind wir irgendwie immer noch halb Münchner. Wann meine Jungs hier in Weilheim die ersten festen Freundschaften geschlossen und wir Erwachsenen richtig Anschluss gefunden haben, weiß ich im Moment nicht. Durch das tägliche Pendeln und die vollgepackten Wochenenden, bleibt mir gar keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen.

Dank meiner Blogger-Freundin Petra von allesinklein, nehme ich mir die Zeit und berichte ab und an, wie es uns hier in Weilheim ergeht. Die liebe Petra hat sehr viel gemein mit mir. Auch sie ist vor fast 20 Jahren vom Land in die Großstadt gezogen. Sie fand es genauso wie ich jahrelang einfach nur genial in München zu leben. Doch auch sie zieht es jetzt mit ihrer Familie wieder weiter aufs Land. So wie bei uns, ist ihre Wohnung mitten in München zu klein geworden. Und auch ihr fällt der Schritt alles andere als leicht! Wie es ihr, kurz vor ihrem Umzug geht, könnt ihr auf ihrem Blog lesen. Was ich ihr antworte, lest ihr hier.

Liebe Petra,

ich fühle mich bei deinen Zeilen zurückversetzt in den April dieses Jahres. Auch ich habe zuerst die Wintersachen weggepackt. Doch dann (du erinnerst dich vielleicht noch) kam im April nochmals ein Wintereinbruch. Ich musste die dicken Sachen wieder rausholen. Das wird dir bei dem Wetter sicher nicht passieren. Aber von da an, habe ich im Vorfeld nicht mehr so viel eingepackt. Es fehlte in unserer Dreizimmerwohnung der Platz für die vielen Umzugskartons. Außerdem wollte ich in dieser aufregenden Zeit nicht noch mehr Unruhe für die Kinder schaffen. Der Umzug und das ständige Pendeln zwischen Weilheim und München war für alle eh schon sehr anstrengend. Am Wochenende waren wir fast immer in Weilheim und haben irgendetwas gewerkelt. Der Kleine fragte schon immer, ob wir heute über Nacht blieben. Für ihn war es schwierig zu verstehen, dass wir noch nicht im Haus übernachteten.

Ich kenne aber auch diesen Drang, mit dem Umzug anzufangen. Für mich ist das ein Zeichen, dass es langsam Zeit wird, den großen Schritt hinter sich zu bringen. Diese Schwebe ist emotional sehr aufwühlend. So richtig gepackt haben wir erst die letzten zwei Wochen vor dem Umzug – am Abend, wenn die Kinder schliefen. Die gepackten Kisten haben wir in den Keller gestellt. So haben die Kinder das gar nicht so mitbekommen. Die letzten 4-5 Tage vor dem Umzug war es sehr offensichtlich für die Kinder, dass der Umzug bald ansteht. Wir haben den Kindern genau erklärt, dass es nun soweit ist und wir ins Haus ziehen. Meine Befürchtungen, dass der Umzug die Kinder zu sehr belastet, haben sich zum Glück nicht bestätigt. Die Beiden waren mental gut vorbereitet. Da zahlte es sich aus, dass wir die Zwei am Wochenende immer mit nach Weilheim genommen hatten. Sie hatten sich ihre Zimmer und die Farben für die Wände ausgesucht, in ihren Zimmern gespielt, Schnee geschippt und im Frühjahr mit Papa den Sandkasten aufgebaut.

Natürlich gab es Momente, in denen ich wehmütig und melancholisch war. Ich habe in München meinen Mann kennengelernt und meine Kinder zu Welt gebracht. Die zwei Jungs sind geborene Münchner! Sie kannten bis vor Kurzem nichts anderes als das Großstadtleben. Ich habe die Zeit in München sehr genossen. Für mich bedeutete dieser Schritt in die Großstadt mit Anfang zwanzig Freiheit pur. Das hat sich in den letzten fünf Jahren komplett gewandelt. Ich fühlte mich in der Großstadt nicht mehr frei. Nein, ich fühlte mich zunehmend eingeengt. Und ich fand es furchtbar, dass der Große noch nirgends alleine hingehen konnte. Als ich in seinem Alter war (er ist sechs Jahre alt), bin ich ganz alleine zu meiner besten Freundin gelaufen oder mit dem Fahrrad hingefahren. Das ging in einer 4.000 Seelengemeinde ohne Probleme. Da die Freunde des Großen bis zu sechs Kilometer von uns entfernt wohnten, konnte er das in München nicht. Auch war ich als Kind oft mit Freunden in der Natur unterwegs. Das war für mich der Inbegriff von Freiheit. Diese Freiheit wollte ich meinen Kindern auch ermöglichen. Naja, und ich fühle mich in der Natur inzwischen ebenfalls wieder frei!

Die Angst, dass es mir hier zu ländlich wird, habe ich inzwischen nicht mehr. Weilheim ist eine Kleinstadt mit einer lebendigen Innenstadt. Sicher gibt es nicht so viele Restaurants und kulturelle Angebote wie in München. Doch im Moment reicht es mir. Falls dies nicht mehr der Fall sein sollte, bin ich ja schnell in München. Tja, und das mit der letzten Kneipentour in München… puh… das war beim Junggesellinnenabschied von einer Freundin vor sechs Jahren. Die letzten Jahre war das mit dem Weggehen echt schwierig. Das lag jetzt nicht nur an mir. Viele meiner Freundinnen haben ebenfalls Kinder bekommen. Einen Termin zu finden, an dem alle konnten und keines der Kinder kurz vorher noch krank wurde, war so gut wie unmöglich.

Mein Klos im Hals (den hatte ich natürlich auch vor dem Umzug) ist zum Glück ganz schnell weggegangen. Wir lieben unser Haus. Ich möchte es schon jetzt nie mehr hergeben. Und ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, in einer Dreizimmerwohnung mit zwei Kindern zu wohnen. Ich bin überrascht, wie schnell diese Umstellung ging!

Was uns noch bevorsteht, ist der Wechsel des Kindergartens und der Schulstart. Darüber mache ich mir zurzeit Gedanken. Das wird sicher nochmals eine anstrengende Zeit! Wie macht ihr das mit dem Kindergarten? Zwei deiner Kindern wechseln dann? Und dein Kleiner? Wird er in die Krippe gehen oder bleibst du noch ein wenig zuhause? Mit drei Kindern und einem Haus, würde ich sicherlich meine Elternzeit voll auskosten. Ich frage mich manchmal, warum ich unbedingt je nach einem Jahr wieder arbeiten wollte? – aber das wäre jetzt ein anderes Thema…

Ach ja, du wolltest einen Tipp gegen den Knödel im Hals. Ich glaube, dass der einfach eine Zeit lang dazu gehört. Aber du wirst merken, dass er immer kleiner werden wird. Wenn euer Umzug so richtig los geht, lenkt dich das sicher ab. Umso lockerer ihr als Eltern mit dem Umzug umgeht, desto entspannter werden eure Kinder sein. Am Umzugstag sind die Kinder morgens in München mit den Großeltern losgegangen und kamen erst am Abend nach Weilheim. So haben sie den hektischeren Umzugstag nicht so mitbekommen. Wir hatten ihnen im Vorfeld oft gesagt, dass nun der Tag gekommen ist, an dem auch die Betten nach Weilheim kommen. Sie haben das Ganze echt gelassen genommen. Wichtig war aus meiner Sicht zudem, dass wir das Abendritual wie immer gestaltet hatten. Alles was wir hierfür benötigten, hatten wir in einer Extrakiste, sodass der Schlafanzug, Kuscheltiere, Bett- und Zahnputzsachen, Bücher usw. gleich griffbereit waren.

Ich hoffe sehr, dass ihr noch eine entspannte und schöne Zeit in München habt und euer Umzug reibungslos klappt. Werden eure Kinder am Umzugstag dabei sein? Falls wir uns vor eurem Umzug nicht mehr schreiben, wünsche ich euch jetzt schon alles, alles Gute für den großen Tag. Ich drücke euch die Daumen, dass alles wie geplant klappt!

Ich drücke dich, Nadja

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Bilder: Mama im Spagat

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Comments

  1. Antworten

    Liebe Petra,

    komm gut in der neuen Heimat an! Ein Umzug kann Entwurzelung bedeuten, aber auch neue Möglichkeiten. ich hoffe, dass du schnell Anschluss findest. Denke immer dran: Zu Hause ist, wo das Herz ist <3

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