Wie ich versuche im stressigen Mama-Alltag gelassen zu bleiben

Kennt ihr das? Ihr hattet einen stressigen Arbeitstag, seid zur Kita gehetzt und eure Kinder sind total fertig vom Kita-Tag. Nicht nur ihr, sondern auch die Kleinen hatten einen anstrengenden Tag. Einen Tag, an dem sie kooperieren, sich durchsetzen oder anpassen mussten. Auch sie sind müde und müssen ihren Frust raus lassen. Sie quengeln, trotzen, meckern. Und ihr, ihr seid auch genervt und hättet so gerne erstmal ein wenig  Zeit für euch! Doch das geht leider nicht. Die Kinder warten und ihr eilt weiter…

Mir geht es auch manchmal so. Ich möchte in stressigen Situationen ruhiger sein, entspannter, wie scheinbar alle anderen Mütter an diesem Tag. Und ich möchte meine Kinder nicht anmeckern, sie unfair behandeln, sie drängen und zwingen etwas zu tun, was sie im Moment nicht können oder wollen. Ich möchte sie stärken und nicht mit meinem unfairen Verhalten schwächen… Doch so einfach ist es ja oftmals nicht. Wenn ich selbst gerade nicht mehr kann, kann ich auch meinen Kindern nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken. Deshalb habe ich mir zwei Strategien zurecht gelegt, wie ich im stressigen Mama-Alltag gelassener bleibe.

„In der Ruhe liegt die Kraft“

Dieser Satz ist mir schon so oft begegnet. In allen möglichen und unmöglichen Situationen. Doch was bedeutet dieser Satz eigentlich für mein Leben im Spagat zwischen Familie und Beruf?

Bin ich unruhig, nervös und gestresst, übertrage ich dies auf meine Kinder. Und was passiert? Klar, meine Kinder werden auch immer launischer, schreien, meckern und zedern. Richtig doof ist es, wenn sich diese negative Stimmung so richtig hochschaukelt und ich am Ende meine Kinder anschreie. Denn auch ich bin nicht perfekt und kann irgendwann die aufgestaute Wut und den Stress nicht mehr kontrollieren. Um dies zu vermeiden, zähle ich in hektischen Momenten bis drei, atme aus und spreche dann aus, was mich gerade stört oder wütend macht. Ja, ich erzähle meinen Kindern, dass ich schlecht drauf und gestresst bin! Ich beziehe die Situation auf mich. So sehen meine Kinder, dass ich gerade ein Problem habe und sie keinerlei Schuld haben. Oft ist die Situation nach dem Aussprechen auch gar nicht mehr so schlimm. Ich bin gelassener und befreiter. Meine Kinder auch. Reicht mir das Ausatmen nicht, drehe ich mich kurz weg und versuche die Situation wie ein Unbeteiligter von außen zu betrachten. So schaffe ich Distanz und kann wieder ruhiger agieren.

Sind Situationen denn wirklich stressig?

Eigentlich lasse ich mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Aber es gibt Tage, da gerate ich trotzdem in die Stressfalle. Gerade morgens ist nie genug Zeit. Manchmal stört es mich nicht, wenn die Kinder sich nicht anziehen, nicht frühstücken wollen und wir später aus dem Haus kommen. An anderen Tagen habe ich es eilig. Viele Aufgaben warten auf mich im Job und ich will schnell los kommen… Und obwohl ich nicht zu einer bestimmten Uhrzeit auf der Arbeit sein muss, empfinde ich Stress. Ehrlich gesagt ist das total hirnrissig. Denn dieser Stress muss gar nicht sein. Diesen Stress erzeugt mein Körper irgendwie von ganz alleine… Ein Überschuss an Cortisol, dem Stresshormon.

Um diesem unnötigen Stress zu entkommen, frage ich mich ganz bewusst folgende Dinge:

  • Muss ich jetzt gerade wirklich pünktlich los?
  • Was passiert, wenn ich 5, 10 oder auch 15 Minuten zu spät zur Arbeit komme?
  • Welches Vorbild will ich meinen Kindern sein? Eine Mama, die immer nur unter Strom steht?
  • Was fühlen meine Kinder in diesem Moment? Fühlen sie sich gar schuldig für die Situation? Können sie überhaupt begreifen, warum ich so viel Stress mache?

Bei all diesen Fragen, wird mir klar, dass ich keinen Grund habe, gestresst zu sein. Uns geht es gut, wir haben alles, was wir zum Leben brauchen! Mein Leben ist schön :-).

Wem das zu unkonkret war, der sollte sich meine 6 Anti-Stress-Tipps für einen entspannten Start in den Tag anschauen. Vielleicht ist da der ein- oder andere Tipp für euch dabei.

Was macht ihr, wenn ihr merkt, dass ihr gleich die Kontrolle über die Situation verliert?

Bild: Mama im Spagat

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Comments

  1. Das hast du so schön und aufmunternd beschrieben. Danke dafür 😊 Ich habe schon für mich herausgefunden, dass da Atmen wirklich hilft! Und ich spreche auch aus, was mich gerade stört – aus der Ich-Perspektive. Mein Sohn scheint es mit seinen fast 4 Jahren tatsächlich zu verstehen 😊. Wenn sich die Stress Situation gelegt hat, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, das Geschehene zu reflektieren und schmiede Pläne, wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann – also wirklich fast genau so wie du es hier schreibst 👍
    Lg
    Elena

      • Nadja
      • 14. Februar 2018
      Antworten

      Liebe Elena, oja, das hört sich so an wie bei mir ;-). Vielen lieben Dank für deine Ergänzung. An der Ich-Perspektive ist so gut, dass man (wenn man selbst genervt ist) nicht den Kindern die Schuld gibt. Man bezieht die Situation auf sich. Das hilft wirklich total die Situation zu entspannen! Ich wünsche dir eine entspannte Restwoche. Vlg, Nadja

  2. Antworten

    Ganz ehrlich?
    Ich gehe. Wenn eine Situation zu eskalieren droht, verlasse ich den Raum, setze mich 5 Minuten in Ruhe in die Küche und atme durch. Ich lasse die Situation sich entspannen, mache mir einen Kaffee, den Kids einen Kakao und dann können wir in Ruhe am Tisch erörtern was das Problem war und wie man es in Zukunft besser regeln kann.
    Liebe Grüße,
    Beate von Chaoshoch4.de

      • Nadja
      • 14. Februar 2018
      Antworten

      Liebe Beate, vielen lieben Dank für deinen Tipp. Sich aus der Situation herauszunehmen ist sehr gut. Das mache ich auch manchmal. Wobei das darüber reden (noch) nicht so klappt. Ich hoffe aber, dass es besser wird, wenn die Kinder größer sind. Vlg, Nadja

  3. Antworten

    Ich denke ich werde deine Fragen, beim nächsten drohenden Donner Wetter, auch mal durchgehen. Kann nur besser werden. Vielen Dank dafür!

      • Nadja
      • 14. Februar 2018
      Antworten

      Ja, das Reflektieren hilft oft. Nicht das ich jetzt behaupte es klappt immer… ;-). Aber schon alleine das Innehalten hilft meist. Vlg, Nadja

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