Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Meine Bestandsaufnahme.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht einfach.

Ich mag ihn, den Spagat. Ja, auch den zwischen Familie und Beruf. Aber leicht ist er nicht, auch wenn ich ständig versuche, ihn leichter zu machen. Das Leben im Spagat zwischen Familie und Beruf ist für mich oftmals sehr, sehr anstrengend. Zeit für mich gibt es viel zu selten. Dennoch möchte ich nicht tauschen und bin froh darüber, dass ich Arbeitgeber gefunden habe, die es mir ermöglichen bzw. ermöglichten, in Teilzeit zu arbeiten und so Familie und Beruf zu vereinbaren. Trotz meines Glücks ist mir klar, dass es viel zu wenig familienfreundliche Arbeitgeber und Teilzeitstellen für Mütter gibt. Ohne Arbeitgeber, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, haben Mütter meiner Meinung nach kaum eine Chance auf einen entspannten Spagat zwischen Job und Kindern.

Strauchler bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ich habe das große Glück, in Teilzeit arbeiten zu können. Mein Wiedereinstieg nach den Elternzeiten verlief gut. Dennoch war es vor allem nach meiner ersten Elternzeit für mich eine große Umstellung, statt 40 Stunden nur noch die Hälfte zu arbeiten. Zumal meine Aufgaben zu Beginn nicht weniger waren! Ich war immer nur am Kämpfen, dass ich nicht zu viele Projekte bekomme und hatte oft das Gefühl, einen Vollzeitjob für die Hälfte des Geldes zu machen. Die Lösung? Wie so viele Mamas wurde ich nochmals schwanger. Das Problem, bei meinem Job zwar nach wie vor viel Verantwortung zu haben, aber viel zu wenig Zeit, wurde dadurch natürlich nicht gelöst. Es verschob sich nur um ein Jahr, um das Jahr meiner Elternzeit. Bei der Rückkehr aus meiner zweiten Elternzeit hatte ich wieder Glück und konnte an meinen alten Arbeitsplatz zurückkehren. Ich weiß, so viele Mütter würden sich genau das wünschen. Aber ich schaffte es wieder nicht, meine Projekte in den 20 Stunden zu stemmen. Die Folge: Überstunden. Eine Zeit lang ist das ja total ok. Ich forderte Flexibilität von meinem Arbeitgeber, also bin ich auch flexibel. Geben- und Nehmen eben! Aber was ist, wenn man dauerhaft das Gefühl hat, selbst zu viel zu geben, das Gefühl hat, viel mehr als 50% zu arbeiten, aber nur 50% des Lohnes zu erhalten?! Dann wird man irgendwann unzufrieden. Man fängt an, sich zu fragen, warum man sich eigentlich den ganzen Stress macht. Man verzichtet auf so viel, wenn man arbeitet und Kinder groß zieht… Und auch ich habe mich da oft gefragt, ob es überhaupt sinnvoll ist zu arbeiten! Ja, meine Überlegungen im letzten Jahr reichten oft von „ich habe keinen Bock mehr auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ bis hin zu „da arbeite ich lieber gleich in Vollzeit und bekomme für das, was ich tue wenigstens ein Vollzeitgehalt“.

Flexible Arbeitgeber und Initiativen ermöglichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Doch wie es so oft ist im Leben, lag die Lösung genau dazwischen. So habe ich es glücklicherweise geschafft, einen neuen Job in Teilzeit zu finden. Auch hier in München war das nicht einfach. Es gab einfach so gut wie keine Teilzeitstellen, die auf mein Profil passten. Und es war wirklich Glück, dass ich einen neuen Job in Teilzeit gefunden habe! Ich bin froh, dass mir ein neuer Arbeitgeber die Chance gibt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu leben. Denn ich bin davon überzeugt, dass es geht. Und ich glaube daran, dass es in Zukunft immer mehr Arbeitgeber geben wird, die Umdenken und familienfreundliche Arbeitsplätze schaffen werden. Nicht zuletzt auch, da es immer mehr Eltern gibt, die sich nicht mehr in das „Präsenz-Arbeitszeit-Konzept“ pressen lassen wollen und selbst neue Wege gehen. Tolle Beispiel hierfür sind die New Work Families, Mamihelden oder auch der Elterngarten.

Sich bewusst werden, was man will!

Noch etwas ist mir beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr, sehr wichtig. Eltern müssen sich bewusst werden, was sie wirklich wollen. Wenn ihnen das klar ist, können sie entspannter und glücklicher den Spagat zwischen Familie und Beruf schaffen. Ich selbst habe mir dazu ebenfalls bereits Gedanken gemacht und mich gefragt, wie viel Beruf mich glücklich macht.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von Laura und Nina vom Blog Heute ist Musik teil. Die beiden Bloggerinnen wollten von uns Eltern unsere Geschichten und Gedanken zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf lesen und haben diese auf ihrem Blog gesammelt. Sehr lesenswert! Danke, liebe Laura und Nina für diese wunderbare Sammlung!

Bild: Mama im Spagat

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Comments

  1. Antworten

    Ja krass, dass immer diese Dankbarkeit auf Seiten der Mütter mitschwingt, dass sie sich so glücklich schätzen, diesen Arbeitgeber gefunden zu haben, der ihnen Teilzeit ermöglicht. Dabei sollte die Denke doch eher so sein, dass der Arbeitgeber Glück hat, so eine qualifizierte und motivierte und gute Person für sich gewonnen zu haben. Und was ist mit den Vätern? Macht dein Mann auch Teilzeit? Ich glaube, erst mit Männern in Teilzeit wird sich das Arbeitszeitmodell nachhaltig ändern. https://youtu.be/Zs9JTmLgsL0

      • Nadja
      • 1. Juli 2017
      Antworten

      Hi Charlotte,
      du hast recht. Es müsste selbstverständlich sein, dass man in Teilzeit arbeiten kann; egal, ob man Frau oder Mann ist UND auch egal, ob man Eltern ist! Nein, mein Mann arbeitet nicht in Teilzeit. Der Grund dafür ist leider auch sehr typisch. Mann in Teilzeit und ich in Vollzeit oder beide in Teilzeit würden für uns finanzielle Einbußen bedeuten…

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