Blogparade #MeTime : Ich fühle mich fremdbestimmt oder Zeit für sich wird total überbewertet

Zeit für sich

Seit ich Kinder habe fühle ich mich oft total fremdbestimmt. Der komplette Tagesrhythmus richtet sich nach den Kindern und all den Verpflichtungen drum herum. Zeit für sich? Fehlanzeige! Doch ich merke schon lange, dass das so nicht ewig weitergehen kann. Ich bin oft gereizt und unzufrieden mit meiner Situation. Und mir wird immer wieder klar, dass ich mehr Zeit für mich brauche. Zeit um einfach mal in Ruhe zu Essen, Zeit um mal wieder mit Freunden wegzugehen, Zeit um regelmäßig Sport zu treiben, Zeit um mit meinem Mann gemütlich Essen zu gehen, Zeit um kulturelle Angebote wahrnehmen zu können, Zeit um mal wieder so richtig aus mir rausgehen zu können, Zeit um …! Ja, sie fehlt mir wirklich sehr, die Zeit für mich und meine Bedürfnisse!

Sicher geben mir meine Kinder so unheimlich viel und ich würde sie um nichts in der Welt wieder hergeben. Ich liebe sie über alles! Aber dennoch ist mir Zeit für sich sehr wichtig. Ich brauche sie einfach, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Und bekanntlich hat eine glückliche und ausgeglichene Mama mehr Geduld, ist stressresistenter und meistert den Spagat zwischen Familie und Beruf viel einfacher und entspannter. Von mehr Zeit für Mama profitieren also alle! Ja, viel mehr noch. Oft ist doch die gesamte Stimmung der ganzen Familie von der Laune der Mama abhängig. Ist sie gereizt und genervt, färbt sich das auf alle anderen gnadenlos ab. Also Mama, keep smiling, auch wenn du todmüde und erschöpft bist! Du kannst deinen zeitraubenden Alltag meist nicht ändern.

Jedes Kind hat genau eine Mama. Für sie gibt es keinen Ersatz! Das soll jetzt nicht heißen, dass du als Mama alles machen musst und dir keine Hilfe holen solltest. Ganz im Gegenteil: Alles was du nicht unbedingt selbst machen musst, kannst du gerne abgeben. Also den Haushalt zum Beispiel oder auch mal die Betreuung deiner Kinder. Aber als Mama, als Familienmanagerin bist du einfach unersetzbar. Und wenn man ehrlich ist, ist das ja auch toll so. Deine Kinder lieben dich über alles, ja sie vergöttern dich, auch wenn sie das vielleicht nicht immer so zeigen können. Aber trotz alledem bin ich der Meinung, dass Zeit für sich als Mutter kein Egoismus ist. Es ist einfach total nötig, um der Mensch zu bleiben, der man vor den Kindern war. Sicher, Prioritäten verschieben sich und es gibt viele Tage, an denen Zeit für sich einfach nicht drin ist. Aber wenn man sich über Jahre nie Zeit für sich nimmt, hat man irgendwann sich selbst verloren. Das ist meiner Meinung nach nicht nur für einen selbst fatal, sondern auch für die Kinder. Ich denke, dass die Kleinen von einer Mama mit Charakter und Lebensfreude viel mehr „lernen“ können, als von einer, die sich selbst verloren hat und am Ende ausgebrannt und erschöpft ist.

Doch wie war das in der Überschrift nochmal: „Ich fühle mich fremdbestimmt oder Zeit für sich wird total überbewertet?!. Sicher, als Mama wird man sehr oft fremdbestimmt und man kann es meist nicht ändern. Aber dennoch bin ich davon überzeugt, dass es immer mal wieder kleine Zeitinseln im stressigen Alltag gibt, die man für sich nutzen kann. Um diese zu finden, musste ich (bzw. muss es immer wieder ) mich vom Perfektionismus verabschieden. Eigentlich liebe ich ihn, den Perfektionismus. Aber für ihn ist jetzt einfach keine Zeit mehr, auch wenn er immer mal wieder ganz laut „hier“ schreit.

Und ja, zu mehr Zeit für sich gehört auch ein halbwegs passables Zeitmanagement. Aber nicht derart, dass man seine Tage bis zum geht nicht mehr optimiert, sondern in dem Sinne, dass man seine Zeit wirklich alltagstauglich und bedürfnisgerecht (damit meine ich die Bedürfnisse aller Familienmitglieder) einteilt. Zeit für sich  – und wenn es nur 1-2 Stunden am Abend sind – sollte genauso wichtig genommen werden, wie alle anderen Termine des Tages. D.h. man gewinnt nur dann Zeit für sich, wenn man sie als wichtig einstuft und nicht ganz hinten am Tage unter ferner liefen in der „To-Do-Liste“ ansiedelt. Denn dann passiert mit der Zeit für sich genau das gleiche, wie mit den allermeisten To-Dos, die auf der Liste ganz hinten stehen. Sie werden immer wieder von einem auf den nächsten Tag verschoben!

Also liebe Mamas, Zeit für sich wird total überbewertet, denken viele! Ich sage nein, wird sie nicht. Sie ist ab und an für die meisten Menschen absolut nötig. Und zwar jetzt, nicht erst in fünf Jahren, wenn die Kleinen aus dem Gröbsten raus sind!

Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade von Séverine von Mama on the rocks teil. Sie hat diese tolle Blogparade zum Thema #MeTime gestartet und wer Lust hat kann noch bis 10. September 2015 daran teilnehmen.

Und weil der Artikel super zur Linkparty von Verflixter Alltag im November 2015 mit dem Titel „Was ich manchmal vermisse“ passt, hat ihn die liebe Wiebe dort auch noch aufgenommen. Dankeschön!

Wenn ihr mehr von mir lesen wollt, dann folgt mir doch auch auf Facebook. Freue mich auf euch ;-).

Bild: pixabay.com

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Comments

  1. Antworten

    Hallo Nadja,
    das hast du echt schön geschrieben und sprichst mir aus der Seele. Beim ersten Kind habe ich das versäumt und habe mir dann geschworen, dass mir das nicht noch einmal passiert. Jetzt beim 2. Kind ist es noch schwerer einzuplanen, aber ich genieße die Zeiten, die ich mal allein für mich habe, umso mehr und möchte sie nicht mehr missen.
    Vielen Dank.
    VG Michaela

      • Nadja
      • 7. November 2015
      Antworten

      Liebe Michaela, danke für das Lob! Das freut mich total. Dann sind wir in dieser Hinsicht quasi seelenverwandt ;-).
      Drücke dir die Daumen, dass du weiterhin ein paar schöne Momente für dich hast! Vlg, Nadja

  2. Antworten

    Ein sehr schöner Beitrag mit tollem Input zur Blogparade. Endlich komme ich in der MeTime zur Auswertung der Parade…. Diese Woche dann auf dem Blog!
    LG
    Séverine

      • Nadja
      • 17. November 2015
      Antworten

      Danke, liebe Séverine. Viel Erfolg bei der weiteren Auswertung ;-). Vlg, Nadja

  3. Pingback: Endlich: Die Analyse der Blogparade #MeTime – Mama on the rocks

  4. Pingback: Linkparty im November: Was ich manchmal vermisse - Verflixter Alltag - Der kuriose Mama-Blog

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